Wo bleibt das Gespräch?

Lange haben Tageszeitungen das Tagesgespräch bestimmt. Wer leistet das heute?

Sieht nach Gespräch aus, endet aber oft im Stimmengewirr

Wohl haben die Klassiker der bisherigen Medienwelt dank Internet neue User und wichtige Werbung an sich binden können, das war wohl auch ihr Hauptmotiv. Aber haben sie dadurch an Gesprächsfähigkeit gewonnen? Das Web bietet ja nicht nur Dauerzugang und Datenweite an, sondern auch den Austausch. Haben die Klassiker beim Dialog dazugelernt? Mitnichten. Das Angebot an Foren bleibt dürftig, und wer sich mit Kommentaren an die Website einer Zeitung wagt, deren Aufgabe doch weitgehend im Aktuellen liegt, der bleibt für Tage in einer Warteschlange stecken.

Wo also bleibt das Tagesgespräch? Wo vermitteln die News auch die Lust auf Debatten und Ideen? Da schlummern verpasste Chancen, da gäbe es ein enormes Potenzial. Aber das dürfte nicht so geschehen wie bei Maybrit Illner im ZDF, wo die Mäuler gleichzeitig daherschwatzen, sodass das Publikum nichts mehr versteht, auch das Intelligente nicht. Da müsste nicht gestapelte Quantität her, sondern Qualität – ein Gespräch mit Gewinn für die Demokratie.