Das Ranking – des Teufels?

Im Ranking ist der Teufel Gott klar unterlegen

Als es noch keine elektronischen Medien gab, war die Zeitungsauflage das Mass allen Medienglücks. Dann kamen Radio und Fernsehen mit ihren Einschaltquoten. Und jetzt, im Web? Heute schreit alles nach Spitzenrängen bei den Suchmaschinen. Aber ist das nicht viel zu viel? Ist diese Anbiederei intelligent? Oder führt sie ins Abseits. Das Ranking – des Teufels?

Applaus für Spitzenränge – egal warum

Im Internet finden Followerzahlen grösste Beachtung, und ein Webmaster, dessen Site bei Google-Anfragen ganz oben steht, wird Beifall ernten, egal, wie dieses Ranking entstanden ist. Ein erster Platz mache teure AdWords überflüssig, und zum Teil stimmt diese Behauptung auch. Interessant ist, dass Google qualitativ gut gelungene AdWords-Auftritte mit Tarifreduktionen begünstigt. Der bezahlte Spitzenrang im Suchresultat macht sich also doppelt bezahlt. In der Inseratenbranche hätte das gleiche Prinzip zur Folge, dass sexy Inserate weniger teuer wären als andere.

Das ist erstaunlich, denn im Marketing wird weltweit auf Quantität geschworen. Daumen hoch, Follower her, Konversionsraten, Klickraten – alles schreit nach der hohen Zahl, nach Quantität. Jeder Affiliate sehnt sich nach hohen Besucherzahlen und wünscht sich hohe Einnahmen – was denn sonst?

Keine Spitzenränge für Kreatives

Journalistisch und redaktionell tätige Medienleute freuen sich natürlich genauso wie Webmaster über ein hohes Ranking. Aber ob dieses auch immer höchste Qualität bedeutet? Ist die „Volksabstimmung“ am Kiosk auch ein Werturteil? Insofern ja, als hohes Ranking eine starke Beachtung im Publikum bezeugt. Aber es gäbe noch andere Kriterien, etwa jene der Kreativität, der Innovation, des Fortschritts. Gerade die aktuellen zentralen Fragen der Gesellschaft rufen eher nach Veränderung als nach dem Weitermachen. Da würde man lieber den genialen Einfall und den gekonnten Ausweg aus den vielen Sackgassen der Weltkonferenzen wünschen. 

Das Ranking – des Teufels? Da wäre man schlecht beraten, denn der Teufel kommt bei der Google-Nachfrage nur auf 36,2 Mio Nennungen, Gott aber auf 218 Mio. Die Hölle liegt mit 18,8 Mio Nennungen weit unter dem Himmel, der 172 Mio obenauf schwingt, wie es sich laut Bibel auch gehört. Da schicken wir doch lieber ein Stossgebet in den Himmel, wenn wir an die Medien denken. Mein Gott, was die heute wieder geschrieben haben! Mein Gott, sind diese Bilder süss!

  

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