Politisches Gemüse aus dem Meer

Von Algen als Lebensmittel ist seit Jahrzehnten die Rede, heute liegen sie in unseren Verkaufregalen bereit.

Die Algen, die aus dem freien Meer oder aus speziellen Züchtungen in Off-shore-Anlagen stammen, können für die Gesundheit einige Vorteile mitbringen, hört man aus dem Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe: “Algen sind kalorienarm und liefern Proteine, Mineralstoffe, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren.”

Inzwischen gibt es Algen bei Edeka und anderen Geschäften des Lebensmittelhandels. 130 Gramm Wakame-Algensalat kosteten € 1.95. Roh schmeckt die Alge besonders gut, die Edeka-Packung enthielt auch Sojasauce, Sesamöl und winzige Chilistücke. Das schmeckte nicht nur frisch, sondern auch rassig. So zwischendurch vegan essen, warum nicht! Algen als Brot aus dem Meer – mit gewissen Vorbehalten ja.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im Rahmen seines Lebensmittel-Monitorings 2013 getrocknete Algen auf Schwermetalle untersucht und in allen Proben Blei gefunden. Auch Quecksilber, Cadmium oder Arsen können sich in den Wasserpflanzen anreichern. Eine Belastung für den Verbraucher sei nicht auszuschließen, heisst es, vor allem bei häufigem Verzehr. Kritisch kann es auch durch übergrosse Jodanteile werden. Den Angaben auf der Verpackung muss man also einige Aufmerksamkeit schenken.

“Es gibt vermutlich weit mehr als 500.000 verschiedene Algenarten”, hört man vom Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hamburg. Nur 500 Algenarten seien bisher näher bekannt, weil der Mensch sie nutzt. Algen dienen auch als Biotreibstoff, oder als “Ersatzlunge” anstelle abgeholzter Regenwälder. Insofern ein politisch hochaktuelles Gemüse!

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