„News fatale“

Förderpreis für Pablo Walser

Titelbild (Ausschnitt)

Da steht man im Kunstraum Kreuzlingen und hat Bilder des 1989 geborenen Pablo Walser vor sich. Eben hat er den Adolf Dietrich Förderpreis bekommen, für sein Schaffen, das schwierige Züge aufweist, bald aber seine verwinkelte Einheit verrät.

Man spürt die Unaufhörlichkeit der Signale, die durch diese Bilder gehen, fühlt überall die Gedrängtheit der Striche und entdeckt das Minimum der funktional eingesetzten Farben. „News fatale“ steht über der Ausstellung, deren Reiz man sich kaum entziehen kann. Es sind Strukturen da, aber sie gehen auch gleich wieder unter und machen neuen Platz. Hört das denn nie auf, glaubt man die Klage zu hören. Wie in der Geschichte versinkt das eben Begriffene, um anderem Raum zu verschaffen.

Es läuft einiges auf, zu viel, als dass man eine saubere Ordnung hinkriegen würde. Wir empfinden uns in der eiligen Gegenwart, ohne Zweifel, und hören aus allem die Frage heraus, wie das alles zu ordnen und zu schichten wäre, wenn man daraus Antworten auf Sinnfragen oder auch nur auf das Wie bekommen möchte. Im Kopf halten laufend neue Eindrücke die Maschine am Laufen – wie kann man das in der Eile nur richtig erfassen?

Die geometrischen Dimensionen wären das eine, aber es kommt die Unaufhaltsamkeit der Zeit dazu. Es steckt aber, bei aller Problematik, keine Verzweiflung in den Bildern, auch keine Resignation, keine Psychose. Der Gedanke, man habe einen neuen Kafka vor sich, fällt bald einmal in sich zusammen. Hier empfindet, denkt und fragt ein eigenwilliger Künstler, der ein achtsames Publikum verdient. Einer, dessen Zeichendrang ein höchst aktuelles Zeitgefühl verrät und einen in seinen Bann zieht.   

Hier eine Videoaufnahme von der Preisverleihung:

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