Die UBS als “Facebook unter den Banken”

Der Holländer Ralph Hamers wird neuer Group CEO

Ralph Hamers wechselt zur Spitze der UBS – mit einer grossen Idee

Am 19. Februar 2020 gab der Verwaltungsrat der UBS Group AG (UBS) bekannt, dass der Niederländer Ralph Hamers per 1. November 2020 neuer Group Chief Executive Officer sein werde. Damit steht die Nachfolge Sergio Ermottis fest. Diese Meldung liess aufhorchen.

Im Kerngeschäft der UBS, dem Private Banking, hat Hamers nach Ansicht von Branchenkennern “keine grosse Ahnung”. Hamers, der in der niederländischen Bank ING aufgestiegen ist, gilt als Retail-Banker.  Retail-Banking umfasst das standardisierte Privatkundengeschäft. Das setzt keine massgeschneiderten Produkte voraus, sondern für Kunden mit kleinerem Vermögen geeignete Standards.

Dies alles passt zu Hamers Aussage, dass er die UBS als “Facebook unter den Banken” sieht, und dafür bringt er alle Voraussetzungen mit. Allerdings greifen einige “Titel”, die ihm die Medien unterschoben, etwas zu kurz. Er mag als “radikaler Digitalisierer” ein Experte sein, aber er ist mehr: eher ein Fachmann, was die Transformation angeht, die eben nicht nur eine technologische Aufbesserung, sondern eine schon fast revolutionär anmutende neue Plattform bedeuten wird.

Das zitierte “Facebook” ist unter den sozialen Medien nicht der einfältigste Mitspieler (dieses Attribut mag für Twitter gelten), sondern der substanziell interessanteste, der komplexe Zusammenhänge meistert, sich dauernd fortentwickelt und unablässig die Optik des Kunden im Blickwinkel behält.

Ob sich diese Transformation auszahlt, wird sich weisen müssen. So leicht ist diese Frage nicht zu beantworten, denn eine Bank, wie sie der künftige CEO ansteuert, wird nicht an ihrer Bilanz zu messen sein. Möglicherweise wird ihr Erfolg auch die Erfolge von Mitbeteiligten einrechnen müssen, so wie das bei Amazon der Fall ist.  Jedenfalls ist jetzt nicht ein Sinn für “Banktechniken”, sondern ein Gespür für optimale Kommunikation gefragt.

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