Influencer – eine neue Form der Macht

Teil I: Definition

Influencer – Magnetwirkung dank Beziehungsnetz

Die Funktion “Influencer”, die sich im Internet mit dem Tempo einer Sucht verbreitet, kommt vom lateinischen Verb “influere”. Das bedeutet so viel wie “hineinfliessen” und verrät erst dann seine Bedeutung, wenn von “Einfluss” die Rede ist.

Influencer sind an Wirkungen interessiert, die sich letzten Endes als Machtstellung manifestieren. Wer den Online-Raum steuern und beherrschen kann, kann schon eine grosse Wirkung erzielen. Aber dem Netz aller Netze ist eigen, dass es über weite Strecken strukturlos und Spuren von Macht oft flüchtig sind. Es gibt zwar Ungetüme von Unternehmen, die sich hier tummeln, aber sind nicht auch sie dem wilden Gerangel ausgesetzt? Und könnte sich ein Influencer überhaupt in die Höhe schwingen, wenn er nicht um die Meinung der Masse wüsste?

Im Praxishandbuch “Social Media Marketing” von Corina Pahrmann, erhältlich bei Amazon, wird die Influencer-Tätigkeit als Untersparte des Marketings geführt. Ein Influencer bewegt sich tatsächlich auf einem Markt. Es ist der Meinungsmarkt. Hier wirkt er als “digitaler Meinungsführer”.

Interessant: Influencer haben nicht zwingend schon eine Karriere hinter sich. Sie haben sich lediglich im Raum des Internets (den viele noch gar nicht abschätzen können) in eine Rolle hinaufgeschwungen, die Einflussmöglichkeiten verheisst. Dass ein klassischer Opinion Leader oder gar ein Königsmacher der alten Schule plötzlich Influencer-Qualitäten entwickelt, ist eher unwahrscheinlich.

Allerdings profitieren Makro-Influencer, liest man bei Corina Pahrmann, von einem hohen Bekanntheitsgrad und von grosser Reichweite, was nicht gleichzusetzen ist mit hoher Engagementsrate bei den Fans. Mikro-Influencer hingegen, die in Nischen auftreten, zählen in der Regel weniger Fans, dafür mehr Engagement. Die meisten dieser Grössen sind messbar. Je nach Situation kann der Influencer seine Position auch konkret monetarisieren.

[Fortsetzung folgt]

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